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Alten Eltern gerecht werden - eine Herausforderung

Ihr Lieben,

ich mache mal einen Auftakt hier. Meine Mama ist 92. Sie lebt seit mehr als 25 Jahren bei uns im Haus und hat dort eine eigene kleine Wohnung. So habe ich Gelegenheit, Altwerden hautnah zu erleben und das ist nicht immer schön.

Meine Mama ist mit ihren 92 noch ziemlich fit, sage ich, sie sieht das wohl etwas anders, weil sie sich permanent mit früher vergleicht. Gelassenheit im Alter ist nicht so wirklich passiert. Das Gedächtnis wird löcherig, Dinge, die unangenehm sind, werden in der Regel sofort vergessen. Somit differieren unsere beiden Bilder vom Leben immer mehr.

Früher habe ich oft gesagt, dass ich mal so werden möchte, wie meine Mama, sie war als Kind und Jugendliche für mich ein Vorbild. Heute bete ich oft, bitte, lass mich nie so werden. Das macht mich sehr traurig.

Ich schaffe es zunehmend weniger, ihre Erwartungen nach Liebe und Aufmerksamkeit zu erfüllen, weil diese mit jedem Tag größer zu werden scheinen. Dabei möchte ich so gerne ihr alle Liebe geben, denn sie ist meine Mama.

Vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht. Wie geht ihr mit einer solchen Situation um, wenn ihr alles versucht und es doch nicht ankommt?

Sylvi

Liebe Sylvi,

auch in unserem Haushalt haben wir im September 2013 meine demente Schwiegermutter aufgenommen. Sie war 79 Jahre alt und nach einem Schlaganfall linksseitig gelähmt und somit pflegebedürftig. Mein Mann, seine Mutter und ich waren uns einig, sie bei uns aufzunehmen. Mein Mann hat sie gemeinsam mit einem häuslichen Pflegedienst versorgt, ich habe in Vollzeit gearbeitet und habe versucht „den Rest“ am Laufen zu halten. In der Theorie weiß ich, auch aufgrund meiner ganzen Ausbildungen rund um Pädagogik, Psychologie, Bildung und Gesundheit, bestens Bescheid. In der Praxis bin ich wohl kläglich gescheitert! Es war damals eine sehr intensive Grenzerfahrung für uns alle.

Was du beschreibst, kenne ich. Altwerden gehört bestimmt zu den schwierigsten Aufgaben in unserem Leben! Deshalb bin ich heute davon überzeugt, dass es wichtig ist, sich früh mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Es ist genau die Schwierigkeit, die in dem Prozess liegt, sich von einem kompetenten, autarken Menschen allmählich zu einem Menschen zu entwickeln, der in immer mehr lebenspraktischen Dingen der Hilfe bedarf. Das ist vor allem psycho-emotional schwer zu verkraften. Da braucht man selbst extrem viel Gelassenheit und Gottvertrauen, dass so annehmen zu können. Das ist der Punkt, an dem es Sinn macht schon Jahre vorher anzusetzen und ihn zu üben, damit man es leichter umsetzen kann, wenn es drauf ankommt, eben wenn man selbst alt ist und Hilfe benötigt.

Das nützt dir, liebe Sylvi, jetzt natürlich gar nichts. Es ist genau so, wie du sagst:

  • die Vorstellungen vom Leben und wie bestimmte Dinge/ der Alltag geregelt werden, gehen immer mehr auseinander
  • unangenehme Dinge werden vergessen oder ausgeblendet
  • man kann der Erwartung nach Liebe und Aufmerksamkeit nicht gerecht werden

und das macht sehr traurig. Die eigenen Grenzen und die Grenzen von dem, was möglich ist, treten immer mehr hervor. Es gibt Situationen, die man weder vebessern noch verändern kann. Sie sind dann so. Das sind Restriktionen. Dort endet unser Einfluss. Dies steht nicht in unserer Macht, man kann „einfach“ nur durch. Und das ist überhaupt nicht einfach! Es kann einen sogar in Abgründe bringen, die man nie für möglich gehalten hätte. Aber man hat keine Wahl, man muss hindurch gehen.  Alles andere macht es nur noch schlimmer. Und das ist keine Kapitulation sondern das Erkennen und Annehmen von dem, was ist.

Praktisch bedeutet das: hole dir auch selbst so viel Unterstützung und Beistand, wie du nur bekommen kannst (z. B.: Haushaltshilfen, Pflegedienst, Demenzbetreuung, Kaffeekränzchen für und mit deiner Mutter, um die du dich aber nicht kümmern musst usw.). Sorge für DICH, nehme dir so viele Pausen und Auszeiten, wie du zum Kraftschöpfen brauchst oder wenigstens, wie du es einrichten kannst. Nutze die gemeinsame Zeit, um schöne Erinnerungen mit deiner Mutter auszutauschen. Vielleicht habt ihr auch ein gemeinsames Spiel, dass euch Freude bereitet ( Karten, Mensch-ärgere-dich-nicht), gemeinsames Singen oder wenn kein Haustier bei euch lebt, kennt ihr vielleicht jemanden mit einem Hund oder einem Häschen, der deine Mutter besucht ohne, dass du dabei sein brauchst. Und natürlich Reiki! ( Das brauche ich ja hier eigentlich nicht nochmal erwähnen.)

Und bei all den Ideen wird es trotzdem eine große Herausforderung bleiben. Du bist mit ihr in der Liebe, auch wenn sie es nicht immer spürt oder wenn es nicht auszureichen scheint. Bleib auch in der Liebe mit dir. Liebe bedeutet auch, jemandem beizustehen und ihn zu begleiten, auch wenn man die Situation nicht grundsätzlich ändern kann.

Kraft, Liebe und Gottes Segen wünsche ich euch aus tiefstem Herzen,

Deine Gabi

Liebe Sylvie,

Alt werden ist in der Tat ein großes Thema – jeder will es werden, aber keiner möchte es sein.

Dass unsere Eltern anfangen, anders zu werden, diese Erfahrung machen wir wohl alle. Meine Eltern sind zum Glück mit Mitte 70 körperlich und geistig noch recht fit, aber seit etwa 2 Jahren merke ich, dass sie nicht mehr so belastbar sind, dass sie sich nicht mehr so gut konzentrieren können, und dass es insgesamt nicht mehr ganz so mühelos und harmonisch ist wie früher, und dass sie mir mitunter auch auf die Nerven gehen. Gabi’s Ansatz, sich Hilfe zu holen und die ‚Last‘ zu verteilen, ist gut. So ähnlich handhabe ich es auch. Ich habe zum Beispiel dafür gesorgt, dass sowohl meine Mutter als auch mein Vater sich ein Hobby gesucht haben, dass sie ohne den anderen ausüben. Dann ist keiner total hilflos, wenn der Partner mal ausfällt, weil er krank ist, oder irgendwann mal gar nicht mehr da ist, denn es gibt auf diese Weise schon einen Bereich im Leben, der auch ohne den anderen normal und nett ist. Ich achte auch darauf, dass meine Eltern einen netten und velässlichen Freundeskreis haben und halte auch zu den Freunden meiner Eltern Kontakt, manchmal erfährt man dadurch auch, dass es ihnen nicht ganz so gut geht, wie sie es mir erzählen, auch das finde ich hilfreich. So wird vieles einfacher, und ich bin als Einzelkind nicht permanent gefordert. Teilen, eben.

Und – auch das hat Gabi ganz richtig erwähnt – auch ich schaffe mir Freiräume, in denen ich Zeit für mich habe, um Kraft und Energie zu schöpfen. Dadurch fällt es mir auch leichter, an schwierigeren Tagen nett mit meinen Eltern zu sein und für sie zu sorgen. Und wenn es mich zu sehr anstrengt, dann fällt der Besuch oder das Telefonat - ich telefoniere jeden Tag mit meiner Mutter - eben etwas kürzer aus, dann sage ich, dass ich mir leid tut, aber ich jetzt keine Zeit mehr habe, weil ich mich z.B. auch noch um den Garten kümmern muss, müde bin vom Büro oder etwas ähnliches. Und ich habe gelernt, dass es nicht egoistisch, sondern richtig und wichtig ist, auch an mich zu denken, denn wenn ich kaputt und erschöpft bin, dann bin ich auch meinen Eltern keine Hilfe mehr. Manchmal muss man einfach loslassen und Dinge ihren Gang gehen lassen. Und auch, wenn ich mich mal zurückziehe, habe ich meine Eltern ja weiterhin lieb und bin grundsätzlich für sie da, nur eben in diesem Moment nicht.

Irgendwann kommt der Punkt, wo sich die Rollen umkehren, und unsere Eltern nicht mehr für uns da sind, sondern wir für unsere Eltern. Und nicht mehr sie passen auf uns auf, sondern wir auf sie. Da muss ich dann schon mal viel Diplomatie und Überredungskunst aufwenden, damit mein Vater nicht mehr auf die Leiter steigt, um die Hecke zu schneiden (das würde ihn überfordern, aber das würde er nie zugeben!) Oder ich muss ihn sanft bremsen und daran erinnern, beim Rasenmähen zwischendurch eine Pause zu machen und etwas zu trinken. Und meiner Mutter muss ich sanft klarmachen, dass sie für ein Kaffekränzchen mit 8 Personen keine 4 Torten selber backen muss, sondern dass ein Puffer und etwas frisches Obst völlig ausreicht, und dass sie dann auch mehr Freude an ihrem Besuch hat, weil sie nicht vom Backen erschöpft ist. Zum Glück hören meine Eltern noch auf meinen Rat, sie sind zum Glück auch noch in der Lage, zuzuhören und Ratschläge umzusetzen. Irgendwann wird das vielleicht nicht mehr der Fall sein – dann werde ich sehen, wie es weitergeht. Das ist ein Thema, mit dem wir alle irgendwann konfrontiert werden.

Viel Kraft und viel Liebe,

Tina

Ach Gabi,

ich danke dir für deine tröstenden Worte. Mein Problem ist, dass ich überhaupt keine Erfahrung mit dem Umgang mit alten Menschen hatte, da ich selbst nie Großeltern erleben durfte.

Meine Mama erzählt dann immer von ihrer Mama, die mit 55 gestorben ist und wie ihrer beider Verhältnis war und wie sie sich in Liebe um ihre Mama gekümmert hat. Mein Papa, meine Eltern waren getrennt, ist mit 65 gestorben an Krebs. Wir haben ihn ein Jahr begleitet, aber nicht zusammen gewohnt. Er hatte eine neue Beziehung. Mein Papa war aber geistig in dem alter voll auf der Höhe, also eine ganz andere Situation.

Pflegedienste haben wir bisher nicht in Anspruch genommen. Mama hat auch keine Pflegestufe, denn sie kann sich sonst noch selbst betun. Freunde oder Bekannte hat sie kaum, 2 intensive Mailkontakte, die sie pflegt, sie schreibt noch am Computer. Du merkst also, das Bild ist total verzerrt, von geistig noch sehr fit für das Alter bis zum Lückendenken ist alles vorhanden. Genau deshalb fällt es ihr wahscheinlich auch schwer, die Situation zu beurteilen, in der wir beide stecken.

Ja, ich bin voller Liebe zu ihr. Ich sage ihr so oft, dass das Liebeskonto gut gefüllt ist und sie es kaum abbuchen kann in diesem Leben. Auch wenn zur Zeit ziemlich viel abgehoben wird.

Bekannte sind ihr zu primitiv. Also sie würde nicht mit jemand aus dem Wohngebiet Spazieren gehen, weil sie sich da auf einem anderen Niveau sieht. Meine Mama war früher mal Dozentin und Lehrer sind ohnehin eine unantastbare Kategorie von Menschen, die wenig kritisiert wurden und sehr oft Recht hatten. Da fällt es im Alter um so schwerer.

Reiki ist auch schwierig. Mama hat sich sehr selten Reiki geben lassen. Ich bin ihr da unheimlich, weil ich etwas habe und mache, was sie mit rationalem Verstand nicht fassen kann. An Seelen oder göttliche Dinge glaubt sie nicht.

Du hast Recht, es ist wichtig, in seiner Mitte zu bleiben. Dass ich immer wieder Kraft tanke. Die Idee mit Spielen hatte ich auch schon mal.

Es gibt Zeiten, wo wir richtig gute Gespräche haben. Wenn ich zu Hause bin, gehen wir jeden Morgen ein kleines Stück spazieren. Auch das ist schön, sofern es nicht für nervige und zu nichts führende Diskussionen genutzt wird.

Deine Sylvi

Liebe Tina,

danke auch für deinen Beitrag und du machst das toll. Deine Eltern haben sich beide noch, da ist die Konzentration auf dich als Tochter noch geteilt. Und das Alter ist auch noch harmlos, sorry, wenn ich das so sage. Du machst es aber vollkommen richtig, wenn du vorbaust, andere Kontakte herstellst, so dass jeder auch für sich und ohne dich etwas vom Leben hat.

Je mehr sich alles auf uns als Kinder konzentriert, desto schwieriger wird es.

Sylvi

Ihr Lieben,

ein Thema das mir sehr ans Herz geht. Ich habe meine Mama auch bei mir zu Hause gepflegt, sie hatte einen Schlaganfall und saß im Rollstuhl. Später wurde ihr noch ein Bein amputiert, also ein richtiger Pflegefall. Ich war ganze Tage am arbeiten und sie Kinder außer Haus. Ich hatte Jahre lang ein schlechtes Gewissen wenn ich morgens aus dem Haus ging. Ich konnte sie alleine lassen da sie trotz ihrer Behinderung sehr selbstständig war, mit Pflegedienst und Notrufanlage eigentlich kein Problem. Sie hat mich es aber immer spüren lassen das sie so nicht zufrieden war. Morgens früh beim Frühstück wurde ich ausgefragt, wo ich eigentlich meine Ruhe brauchte. Tagsüber angerufen wegen Kleinigkeiten, wenn ich dann nicht sofort ans Telefon gehen könnte wurde bei meinem Rückruf nicht mehr abgehoben. Ich vor Sorge sofort nach Hause gefahren, machesmal über 300 km ... ich war im Außendienst. Nie war etwas besonderes, sie wusste aber ganz genau wie sie mich  manipulieren könnte ?

Meine Mama wollte auch nirgendwo mit mir hingehen, Seniorentreffen waren ja nur etwas für alte Leute...nach Ausage meiner Mama. Irgendwann wurde uns beiden klar das sie bei mir sozial vereinsamt, schweren Herzens habe ich mich nach Seniorenheimen umgeschaut. Nachdem ich eins, in meiner Nähe gefunden habe waren wir des öfteren da und meine Mama war dann auch damit einverstanden. Mein ganzes Umfeld....Familie, Freunde haben mich verurteilt. Aber keiner war da um mir zu helfen. Meine Mama war über 10 Jahre in diesem Seniorenheim und es war mit die schönste Zeit ihres Lebens, sie hat Freundinen gefunden, ist jedes Jahre mit in einen betreuten Urlaub gefahren, nach Holland an die See, sogar einmal nach Malloca geflogen. Jeden Nachmittag ins Café, sie hatten einen Rollistammtisch wo sich die Rollstuhlfahrer trafen. Ich konnte sie fast jeden Tag besuchen, ohne Stress. Auf einmal besuchten sie auch Freunde und Verwandte......war ja mit keiner Verpflichtung verbunden. Allerdings war Mama bis zu ihren Tod geistig fit, das war schon ein Geschenk.

Meine Mama ist vor 12 Jahren verstorben und ich denke immernoch an diese Zeit zurück.

Alles Liebe Karin

 

Liebe Karin,

du hast einen wichtigen Punkt angesprochen: das Heim!

Man muss dass auch leisten können, jemanden zu pflegen und für ihn womöglich rund um die Uhr da zu sein. Es gibt einige Menschen, die sich vorstellen, in viel Geborgenheit von seinen Lieben zuhause aufgenommen und gepflegt zu werden, muss doch fürs Alter am Schönsten sein! Selbst dort wo das gelingt, ist es sehr Kräfte zehrend. Und selbst dann, wenn man ganz viel wo-menpower hat, kann es irgendwann an die eigene Substanz gehen, weil der eigene Alltag hinter den Bedürfnissen bzw. ja schon hinter den Erfordernissen der Grundversorgung immer mehr verschwindet! Da kann ein Heimplatz ein wirklicher Segen für alle sein. Und selbst bei einer Heimunterbringung hat man immer noch eine Menge zu tun, kann sich aber viel entspannter begegnen. Und welch ein Glück, wenn dann das Leben für das Elternteil auch im Heim noch freudvoll sein kann.

Liebe Grüße

Gabi

Ihr Lieben,

danke auch an Karin für die ehrliche Schilderung. Ja, das kenne ich auch, das permanent schlechte Gewissen, wenn man das Gefühl vermittelt bekommt, man hätte mehr tun müssen. Mehr an Zeit, mehr an Liebe, mehr an Streicheleinheiten, mehr an Verständnis für den alten Menschen, in den man sich ja eh nicht reinversetzen kann, das man selbst ja noch sooo jung ist.

Ein Heimplatz kam für mich geistig noch nicht in Betracht. Weniger finanziell. Meine Mama hat eine extrem gute Rente und könnte sich das Heim sicher leisten und auch für uns wäre es nie das finanzielle Problem. Aber ein Heim ist für mich auch so ein bisschen wie jemand abschieben. Jemand, der seine 4 Wände liebt, seinen Balkon und die Rosen auf seinem Beet. Dazu ist Mama noch zu mobil. Bei Karin kann ich das voll verstehen mit Mama im Rollstuhl. Da kann das Heim der Segen sein und neue Kontakte bringen. So ist es dann zum Glück auch gekommen.

Also bleibt im Moment für mich nur abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und zu versuchen, in meiner Mitte zu bleiben.

Sylvi

Hallo, ich bin sozusagen ein Frischling bei Euch, aber dieses Thema "gerecht werden" kenn ich sehr gut. Ich muss dazu sagen dass meine Mutter mit 64 Jahren noch jung ist.

Vor 10 Jahren trennte ich mich von meinem Ehemann, und das in einem katholischen Dorf. Ich viel aus allen Wolken als meine Eltern und somit die Familie sich auf seine Seite stellten (Wortlaut: du bist katholisch und bleibst verheiratet, was sagen außerdem die Leute).

Es war vergessen was alles war.

Jetzt hieß es für mich auf die Kinder achten und das beste daraus machen.

Zum Entsetzen lernte ich auch noch Reiki, teile mir mein zuhause mit einer Freundin (eine WG und das am Dorf).

Der Schmerz und das Verloren sein war riesig und es tat natürlich immer wieder weh (wir wohnen alle in einem 50 Personen Dorf).

Aber dadurch konnte ich mich selbst kennenlernen. Wer ich bin und was ich will. Meine Stärken lernte ich kennen

Jetzt merke ich wie sehr ich meinen Eltern gerecht werden wollte, anstatt das ich meinen eigenen Weg eingeschlagen hätte.

Liebe Veronika,

zu erkennen, wie man sein Leben lebt, von wem und warum man sich leiten lässt und dann zu sich selbst finden, ist ein wichtiger Schritt im Leben einer jeden. Für sich und sein Handeln Verantwortung zu übernehmen, lässt einen selbst wachsen . Du hast das sehr schön und treffend beschrieben: du hast dich selbst und deine Stärken kennengelernt (und wahrscheinlich auch einen Teil deiner Schwächen) und weißt, was du willst. So kannst du auch DEINE Entscheidungen treffen und DEIN Leben leben und nicht das deiner Eltern oder wessen Leben auch immer. Seine Grenzen zu kennen und sich innerhalb dieser Grenzen zu bewegen, bedeutet Freiheit! Denn damit erkennst du alles, was möglich ist.

Das ist auch eine sehr wichtige Entwicklung zwischen Eltern und Kindern, denn wenn die Eltern irgendwann kränklich, gebrechlich und hilfsbedürftig werden, kann man aus einer ganz anderen Position heraus auf sie zugehen, um sie zu unterstützen.

Liebe Grüße

Gabi