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Wie funktionieren Beziehungen?

Ein vollkommen anderer Blick auf das Thema Beziehungen

Ich persönlich weiß genau, wie man Beziehungen so richtig schlecht führt. Deshalb musste ich mich gerade mit diesem Bereich sehr intensiv auseinandersetzen, um zu schauen, was sonst noch möglich ist. Fangen wir doch mit einer anderen Definition von Beziehung an. Ich weiß, dass sie sich sehr anders anhören wird und du mich deshalb vielleicht für leicht verrückt erklärst. Willkommen im Club.

Ich definiere Beziehung nämlich als den »Grad der Entfernung (beziehungsweise Trennung) zwischen zwei Objekten«. Warum? Weil die beiden Objekte voneinander entfernt sein müssen, damit sie miteinander in Beziehung treten können. Sonst wären sie eins und könnten nicht in Beziehung treten, weil sie ja nicht voneinander getrennt sind. Macht doch Sinn, oder? Nach dem, was eine wunderbare Beziehung ausmacht, habe ich lange gesucht und gesucht und gesucht. Und ich muss dir sagen: Es ist etwas ganz anderes als alles, was ich je von einer wunderbaren Beziehung gedacht hatte. In der Auseinandersetzung mit dem Thema musste ich feststellen, dass wir etwas anderes leben als das Ideal, das wir eigentlich alle sehnsüchtig anstreben.

Das möchte ich ein wenig erklären …

Wenn wir in einer Beziehung sind, müssen wir getrennt und eigenständig sein. Wenn du also etwas kreieren willst, bei dem du getrennt und eigenständig bist, musst du dann nicht die Trennung kreieren, um das zu erreichen?

Hier ist noch etwas Verrücktes: In dieser Wirklichkeit beinhaltet die Vorstellung von Beziehung, dass du NUR ZU EINER PERSON eine hast, nämlich zu deinem Partner. Du selbst bist also davon ausgeschlossen. Den anderen schließt du nicht aus, bist andauernd nur dabei, zu geben, geben, geben, geben, bis du endlich müde wirst und feststellst, dass es so nicht funktioniert.

Verstehst du, was ich meine? Eher schließt du dich aus, als dass du den Partner ausschließen würdest. Normalerweise funktioniert es so:

ERSTENS: Du siehst den Menschen, von dem du denkst, dass du mit ihm eins werden willst. Zehn Sekunden lang nehmt ihr gegenseitig eure potenzielle Großartigkeit wahr. Juhu!!!

ZWEITENS: Zehn Sekunden später bist du schon in der Bewertung und versuchst dich von jedem Teil von dir abzuschneiden – zu trennen –, der nicht mit den Werturteilen des anderen übereinstimmt (oder zumindest mit dem, was du für seine Werturteile hältst).

DRITTENS: In dem Versuch, dich den Werturteilen deines Partners anzupassen, entfernst du dich immer weiter und weiter und weiter und weiter und trennst dich dabei immer mehr und mehr und mehr von dir selbst ab. Der Partner wiederum trennt sich auch mehr und mehr und mehr von sich selbst ab – in dem Versuch, deinen Werturteilen gerecht zu werden.

Und dann wundert ihr euch, wieso alles allmählich auseinanderbricht. Das liegt daran, dass keiner von euch mehr der Mensch ist, der er zu Anfang der Beziehung war! So funktioniert es in den meisten Beziehungen.

Ich möchte es gerne einmal anders betrachten. Deshalb stelle ich euch eine andere Sichtweise zu diesem besonderen Thema vor.

ICH WEISS, dass wir uns für etwas anderes entscheiden und etwas anderes kreieren können. Aber damit das geschehen kann, müssen wir akzeptieren, was im Moment gerade präsent ist und was wir kreieren. Wir müssen akzeptieren, wo wir gerade stehen – auch wenn es schwierig, schmerzhaft oder unmöglich erscheint, das zu ändern. Sonst kommen wir nirgendwohin.

Heer, Dain. Sei du selbst und verändere die Welt (German Edition) (S.140-142). Scorpio Verlag. Kindle-Version.