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Blockade - Der innere Schweinehund oder der Faktor Zeit

 

Huhu Ihr Lieben!

Ob es wohl auch Euch passiert ist?

Es gab eine Phase, in der dachte ich, ich hätte niemals genug Zeit zur Verfügung, zu tun, was ich gern tun wollte und zugleich zu erledigen, was gemacht werden muss…

Ich wollte Yoga, Meditation, Reiki, wollte lesen und lernen.

Ich musste arbeiten, zwischenmenschliche Kontakte pflegen, einkaufen, putzen und was sonst noch an täglichen Anforderungen zu erfüllen ist.

Wieviel Zeit braucht man für Reiki?

Nun ja, für die erste Zeit nach der Weihe, die erste Zeit des Lernens, die ersten intensiven Erfahrungen braucht es sicher einiges an Zeit. Da geht es ja nicht nur um das Handauflegen, das Üben der Positionen. Da geht es auch, und für mich ganz wesentlich, um den Kontakt zum Höheren Selbst, zu Geistigen Welt, zu Gott oder wie auch immer wir es bezeichnen mögen.

Was brauche ich dafür?

Ruhe, inneren Frieden, einen stillen Ort an dem ich mich wohl fühle, abschalten kann.

Rituale, vielleicht Kerzen, Musik, Yoga, Meditation

und … da ist sie wieder: Zeit!

Wie gesagt, es gab eine Phase, in der ich dachte, das funktioniert nie. Nicht in dieser Welt mit ihren täglichen Anforderungen, in der nun einmal nicht die Stille, die Kontemplation im Vordergrund steht. Ich hatte das Gefühl so vieles zu wollen und nichts zu schaffen. Vor mir ein ganzes Rudel innerer Schweinehunde gegen die es anzukämpfen galt, im Rücken so viel Zeit, die mir verloren ging!

Im Endeffekt machte ich nichts… und hatte ein schlechtes Gewissen!

Festgefahren! Totale Blockade!

Und nun?

Da denkt man „Wenn man etwas wirklich will, dann kann man es auch schaffen! Dann nimmt man sich eben die Zeit dafür!“

Pustekuchen!

Das Gegenteil war der Fall: Erst, als ich resignierte, nicht mehr wollte, diesen inneren Zwang alles schaffen zu wollen und zu müssen aufgab, erst da ging plötzlich wieder alles gut von der Hand! Die leidigen Aufgaben waren schneller erledigt, als gedacht und da war sie wieder: MEINE Zeit!

Zeit für Yoga, Meditation und Zeit für Reiki!

Gelernt habe ich aus dieser Phase auf jedem Fall eines: Man kann nichts erzwingen.

Nun ja, kleine Rückfälle nicht ausgeschlossen 😉

Aber wie ein weiser Mann einmal sagte:

"Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist." "Unsere wahre Aufgabe ist es, glücklich zu sein." Zitate Dalai Lama

In diesem Sinne

Namasté

Eure Susanne

Liebe Susanne,

das ist wieder ein sehr schönes Thema. Und ich kann es nur zu gut nachvollziehen, habe ich doch ähnliches erlebt. Bei mir ging damals alles mit Büchern und mit Meditation los. Da wusste ich noch nicht mal was von Reiki und das es mich einmal so fesseln wird. Nach jedem Buch, welches ich las, kamen drei  neue dazu die ich auch noch unbedingt lesen musste. Der Stapel neben dem Bett wurde immer höher und wenn der Bücherturm einsturzgefährdet war,  wurde kurzerhand ein zweiter Stapel eröffnet. Kurzfristig dachte ich auch über Speed reading nach und versuchte mir das selbst beizubringen um die schier endlosen Büchermassen zu reduzieren. Ich muss gestehen, es hat eigentlich auch ganz gut funktioniert, natürlich war ich kein Profi, aber dafür war das schon ganz ordentlich, allerdings hatte das alles einen klitze kleinen Haken. Mir verging die Lust und der Spaß am Lesen.

Zum täglichen Lesen kam dann irgendwann noch die Meditation dazu. Ich dachte, ich mache das ganz klug und fang damit an, wenn ich viel Zeit habe, und zwar im Urlaub. Da war das dann auch alles kein Problem. Und dann ging die Arbeit wieder los und ich kam schnell an meine Grenzen und stellte mir sehr häufig die Frage, wann soll ich das denn jetzt noch unterbringen? Wollte, aber davon nicht ablassen denn dafür war es mir eigentlich zu wichtig.

Zwischendrin sollte man ja auch noch seine sozialen Kontakte pflegen. Ab und an mal seine Familie besuchen. Aber mein selbst auferlegter Terminplan ließ mir dafür nur noch wenig Zeit und Raum. Also geriet ich ohne es zu wollen immer noch mehr unter Zeitdruck. Das, was mir eigentlich Spaß machte, wurde immer mehr zur Last. Und anstatt daraus irgendwas Positives zu ziehen, saugte es mich nahezu aus. Erst als ich diesen Pfad des Zwangs verließ, kam der Spaß an all diesen Dingen zurück. Und es ging sogar noch weiter, dann kamen plötzlich neue Dinge dazu, die ich lernen wollte. Hierzu gehören unter anderem Reiki oder auch ein Instrument spielen, Sport machen usw. Gerade die Übungsphasen und auch die tägliche Selbstbehandlung liefen mir einfach so von der Hand. Zwar gibt es auch heute immer wieder mal Zeiten, wo es vielleicht nicht ganz so reibungslos läuft, aber spätestens, wenn ich mir dann sage, du musst doch nicht, dann kommt von innen heraus, ich will aber gerne. Und schon läuft es wieder.

Dani

 

Liebe Susanne,

dein Text könnte von mir sein. 😀

Mir ging es ähnlich und geht es teilweise immer noch manchmal. Sich Zeit für sich selbst zu nehmen  ist wohl mit das größte Problem. Am Ende bleibt man dann oft sprichwörtlich sitzen und tut gar nichts. Inzwischen lerne ich mir selbst keinen Druck zu machen und oft mache ich einfach mal zwischendrin ein paar Übungen. Und da es viele Formen der Meditation gibt, kann auch da der Druck raus. Ich meditiere beim spazieren gehen, beim malen oder beim basteln.  Da wo du dich vertiefst,  ohne zu grübeln,  da findet Meditation statt.

Alles Liebe , Dagmar

 

Liebe Dani, liebe Dagmar!

Vielen Dank für Eure so persönlichen Berichte. Es ist schon interessant, dass es auch Euch so ergangen ist und spannend, dass wir zur gleichen Lösung gekommen sind: loslassen! Und schön, dass es möglich ist 🙂

Es ist genau wie Ihr es beschrieben habt: Wenn man aufhören kann sich selbst unter Druck zu setzen und darüber nachzudenken, was man tun könnte, um sich die gewünschte Zeit zu verschaffen, dann zieht der innere Schweinehund gelangweilt von Dannen und alles ist möglich...

Dazu ein Buchtipp: Eckhart Tolle "Leben im Jetzt" mit alltagstauglichen Übungen und Meditationen

Entspanntes Wochende,

Susanne