Forum

Forum-Navigation

Du musst dich anmelden um Beiträge und Themen zu erstellen.

Warum wir und die Welt immer wütender werden?

Ein Großteil der Dialoge – im persönlichen, beruflichen, ja auch im politischen Bereich – scheitert an der unterdrückten und unverarbeiteten Wut über Verletzungen durch die ersten Bezugspersonen. Die damit verbundene fehlende eigene Identität lädt zu falschen Identifizierungen ein und lässt so unbemerkt jedes Thema schnell zu einem persönlichen Überlebenskampf werden, in dem über die erste Kränkung, nicht aber um die vermeintliche Sache gewütet wird. Wenn wir uns fragen, warum wir mehr Debatten statt Dialoge führen, warum die Kämpfe auf unterschiedlichen Ebenen zunehmen, warum wir in einer immer wütender werdenden und immer stärker wütenden Welt leben, dann werden wir nicht umhinkommen, auf den Ursprung unserer menschlichen Existenz zu stoßen und die Folgen anzuerkennen, die entstehen, wenn das existenziell Notwendige nicht stattfindet: »So, wie du bist, bist du gut – ich heiße nicht alles gut, was du tust, aber dich, dich heiße ich gut und ich verhelfe dir jeden Tag ein Stück mehr dazu, zu der Identität zu finden, die deinem Wesen entspricht und die Grundlage deines Wesens ist.«

Prieß, Mirriam. Zeit für einen Spurwechsel: Wie wir aufhören uns selbst zu blockieren und dem Leben eine neue Richtung geben (German Edition) . Südwest Verlag. Kindle-Version.

 

Hallo Ihr Lieben,

auf diesen Abschnitt in einem wieder bemerkenswerten Buch sind wir heute gestoßen. Wenn wir uns ärgern, tun wir das im Außen, meist über jemanden, den Partner, den Chef, die Mutter. Schaun wir genauer hin, dann triggern diese Personen nur Punkte unserer verletzten Kinderseelen, die wir nie gelöst haben. Wir bauen Mauern des Schutzes um uns, damit wir da nicht hinschauen müssen. Wie ist das bei Euch? Wir sind auf Eure Meinung gespannt.

Dani + Sylvi

Hallo Ihr Lieben,

es wundert mich gar nicht mehr, dass ich gerade letzte Woche eine Diskussion über des Thema Wut mit einer Freundin geführt habe.

Wir haben uns gefragt, warum die Leute nicht mehr miteinander diskutieren? Schauen wir uns den Bundestag an sehen wir, dass ein Sprecher von einer Partei eine Rede hält und alle anderen Parteien gar nicht mehr zuhören. Sie sitzen da, tippen in ihre Handys und hören nicht mehr zu. Es entwickelt sich keine Diskussion wie früher, jeder hält nur noch eine Rede zu seinem Standpunkt und schaut dann gleich im Netz nach, wie sie bewertet werden ohne sich Gedanken darüber zu machen, über was der Vorredner gesprochen hat. Und dann kommt aus dem Netz sofort mit geballter Macht, in vielen Fällen Wut zurück. Ich habe manchmal das Gefühl, viele wollen nur noch ihre Meinung durchsetzten und sei es im schlimmsten Fall mit Gewalt oder Verboten.

Zu Zeit empfinde ich, dass durch Corona die Wut in den Menschen größer wird. Ich habe es noch nie aus der Sichtweise wie oben beschrieben gesehen

"Schaun wir genauer hin, dann triggern diese Personen nur Punkte unserer verletzten Kinderseelen, die wir nie gelöst haben. Wir bauen Mauern des Schutzes um uns, damit wir da nicht hinschauen müssen."

Darüber muss ich erst einmal nachdenken und freue mich auf andere Meinungen.

Für Wut und Unfreundlichkeit habe ich eine Strategie entwickelt: -bevor ich den Telefonhörer abnehme lächle ich, - beim Joggen lächle ich und grüße die Leute, - schwierige Fälle schieße ich mit Liebe in den Rücken (diesen Tipp habe ich auf einem Seminar erhalten und er funktioniert), soll heißen ich sende der Person ganz viele positive Gedanken, -manchmal schreibe ich Lieferanten ein paar nette Worte des Dankes, wenn etwas besonders gut geklappt hat.

Und es immer wieder erstaunlich, welche Reaktionen es auslöst, nicht nur im Gegenüber sondern auch in mir.

Mir ist gerade beim schreiben klar geworden, dass es ja an uns liegt, "den spirituell erwachten", zu helfen. Und wieder einmal merke ich, dass der Weg in mir schon immer da war, ich ihn aber jetzt erst erkennen kann.

Freue mich auch auf eure Meinungen.

Liebe Grüße Barbara

 

Hallo Ihr Lieben,

das was Ihr (be)schreibt ist die aktuelle normale Gesellschaft finde ich persönlich, zumindest klingt das für mich danach.

Leider gibt es das Geben und Nehmen nicht mehr, sondern es wird nur von oben nach unten delegiert. Das heißt die Personen müssen sich nach dem richten was die oben sagen. Es wird nicht mehr gewünscht das man selbst denkt oder handelt. Man muss nur funktionieren! Ist man anders dann ist man nicht erwünscht.

Jeder will den anderen überzeugen das man der bessere ist und geht auf die Situation nicht mehr ein und wird lauter um sich durchzusetzen.  So zusagen wer die Macht hat hat was zum sagen der andere muss folgen.

 

Das fängt schon im Kindesalter an. Welche Eltern fragen die eigene Kinder genau nach warum das Kind so gemacht hat? Bzw. Wieso es so gehandelt hat? Leider wahrscheinlich wenige Eltern die sich Gedanken darüber machen. Eigentlich glaub ich fast keine. Jedoch sollte man sich die Frage stellen was ist falsch und was ist richtig? Wer definiert das genau? Es wird nur von Generationen übernommen und weitergeben ohne das sich jemand Gedanken über die Sinne macht. Das was für meine Eltern schlecht war wird ohne Zweifel einfach übernommen.

Ist immer ein Kreislauf, Kinder machen was schlechts, Eltern werden laut und strafen das Kind.  Weil Eltern es so selbst erlebt haben.  Kein Wunder das dann das Kind gegenüber den Eltern ein innerliches Gerüst/Mauer aufbaut damit es nicht mehr so verletzt wird oder eine Sicherheitszone hat und nicht mehr offen ist. Das wird es mit dem alter immer mehr und empfindlich. Somit ist das Verhalten in die Wiege gelegt, genau so wird es an die Generation weitergeben bzw. wird es unbewusst übernommen und immer wieder Wiederholt.

Dann ist das Kind eine erwachsene Person und plötzlich erlebt des genau die gleichen Abläufe  wie es klein war. Der Chef, Kollege, Nachbar etc. schreit auf die erwachsene Person (Kind) leider kann man nicht damit umgehen und dann kommt alles hoch und man sieht nur das das die anderen Menschen für das schuld sind. Weil man sich nicht eingestehen will oder weil man es nicht sieht das man selbst dafür schuld ist. Wie auch wurde nie vorgezeigt bzw. hat man es nie erlebt.

Was macht die verletzte Person ? Sie nimmt Abstand zu der anderen und baut weiter eine Mauer. Irgendwann ist es so weit das man die Einstellung hat das alle anderen für alles schuld sind und einem nur das schlechte wünschen. Somit wird das abgeschoben und abgehackt und lebt in eigener Welt weiter. Willkommen in der aktuellen traurig neidischen falschen Welt!

Für mich selbst hat sich vieles verändert seit ich einfach hinterfrage warum und wieso.

Meine Kinder machen was falsch oder was kaputt dann frage ich einfach nach: Warum haben die das kaputt gemacht bzw. Wieso haben die so drauf reagiert.

Auch wenn ich Ärger oder Streit habe, sogar wenn mein Chef auf mich schreit frage ich warum ist das gerade nötig das er schreit oder wieso schreit der so. Will er seine Fehler verheimlichen?

Eins kann ich euch versprechen, dann werden einem die Augen geöffnet. Weil man plötzlich nachdenken muss, entweder man selbst oder die Person die man fragt.  Erst dann wird einem klar das alles nur eine Fassade ist und man nach den Regeln andere Menschen spielt.

Nur wenn ich glücklich und zufrieden mit mir selbst bin dann kann ich das an die anderen Mitmenschen auch ausstrahlen.

Also liebe Leute bricht bitte aus der Glaskugel raus und hinterfragt euch selbst einfach oder die anderen. Nimmt euch Zeit und löst euch aus dem Kreislauf. Somit entsteht die Nächstenliebe wieder:)

 

 

Lieber Almir,

guter Ansatz, wenn wir es schaffen, alte Kreisläufe zu durchbrechen, dann heilen wir. Nicht nur uns selbst, sondern auch die zukünftigen Generationen. Und glaubt man den Büchern, heilen wir sogar damit unsere Vorfahren.

Es ist mir heute klar, welche Fehler ich bei meiner Tochter gemacht habe, es waren  zum Teil auch die gleichen, die meine Mutter an mir gemacht hat. Wir manipulieren unsere Kinder, möchten, dass sie uns entweder gleichen oder unsere eigenen unerfüllten Träume erfüllen. Das Verwandtsein redet einem dafür noch die Bestätigung ein. Bin ich irgendwo gut, dann hat das mein Kind sicher geerbt. Also wird das Kind in diese Richtung gelenkt oder auch gedrängt. Schwerer Fehler, weil man dann blind für das Potenzial des Kindes wird.

Und dann wundern wir uns, wenn sich unsere Kinder nicht von uns verstanden fühlen, sich zurückziehen oder Schutzmauern bauen.

Also zumindest bei meinen Enkeln gelobe ich Besserung.